AKW Grohnde

Meldepflichtige Ereignisse

(Quelle: http://www.grohnde-kampagne.de)

2018

Unzureichende Gängigkeit einer Rückschlagklappe in einem Strang des Nebenkühlwassersystems

(20.07.18/GS) Am 11. Juli 2018 kam es im Zuge eines betrieblichen Schaltvorgangs zum Ausfall eines von vier Systemsträngen des Nebenkühlwassersystems. Als Ursache wurde eine unzureichende Gängigkeit einer Rückschlagklappe im Rohrleitungssystem festgestellt. Das Nebenkühlwassersystem dient zur Wärmeabfuhr und Kühlung von Komponenten aus betrieblichen und sicherheitstechnischen Systemen. Es besteht aus vier voneinander unabhängigen Systemsträngen. Durch die drei verfügbaren Systemstränge war die sichere Wärmeabfuhr und Bereitstellung von Nebenkühlwasser jederzeit gewährleistet.

Es handelt sich um das meldepflichtige Ereignis Nr. 07/2018. Damit erhöht sich die Gesamtanzahl meldepflichtiger Ereignisse im AKW Grohnde auf 261.

Defektes Regelventil an Kältemaschine

(20.07.18/GS) Am 16. Juni wurde bei einem betrieblichen Schaltvorgang einer Kältemaschine festgestellt, dass ein Regelventil zur Kühlwasserversorgung der Kältemaschine nicht verfahren werden konnte. Ursache hierfür war eine Ventilspindel, die sich verklemmt hatte. Die Kältemaschinen versorgen über Umluftanlagen bestimmte Raumbereiche mit gekühl­ter Frischluft. Während der Reparatur standen die Kältemaschinen der übrigen drei Re­dundanzen zur Verfügung.

Es handelt sich um das meldepflichtige Ereignis Nr. 06/2018. Damit erhöht sich die Gesamtanzahl meldepflichtiger Ereignisse im AKW Grohnde auf 260.

Ungeplantes Starten eines Notstromdiesels im AKW Grohnde

(20.04.18/GS) Während der Arbeiten am Notstromdiesel kam es aufgrund eines fehlerhaften Ansprechens eines Signals aus dem Reaktorschutzsystem am 16. April zum Start eines Notstromdiesels in einem von vier Strängen. Alle Maßnahmen verliefen auslegungsgemäß. Die übrigen drei Stränge der Notstromversorgung standen uneingeschränkt zur Verfügung. Die genaue Ursache für das Ansprechen des Signals wird derzeit ermittelt.

Es handelt sich um das meldepflichtige Ereignis Nr. 05/2018. Damit erhöht sich die Gesamtanzahl meldepflichtiger Ereignisse im AKW Grohnde auf 259.

AKW Grohnde: Notstromdiesel muss ausgetauscht werden

(Mi. 11-04-2018) Das Niedersächsische Umweltministerium hat eine weiteres meldepflichtiges Ereignis im AKW Grohnde mitgeteilt: „Im Kernkraftwerk Grohnde (KWG) muss einer der vier Notstromdiesel gegen ein Reserveaggregat ausgetauscht werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Rahmen einer Routineprüfung seien zwei Befunde festgestellt worden. Und: „Für die Notstromversorgung der Anlage sind zwei der vier Notstromdiesel erforderlich.“

[Update 17.04.18/GS] Auch in diesem Fall ist der Betreiber PreussenElektra in seiner Pressemeldung auskunftsfreudiger als das NMU. Danach traten bei dem defekten Notstromaggregat zwei Befunde auf:

  1. meldepflichtiges Ereignis 03/2018: beginnender Lagerschaden im Bereich der Kurbelwelle
  2. meldepflichtiges Ereignis 04/2018: Beläge an einem Kühlwassertemperaturregler

Damit erhöht sich die Gesamtanzahl meldepflichtiger Ereignisse im AKW Grohnde auf 258.

Meldepflichtige Ereignisse bei Jahresrevision

(Do. 22-03-2018) Das AKW Grohnde ist am heutigen Donnerstag wieder ans Netz gegangen, teilt das Niedersächsische Umweltministerium als Aufsichtbehörde in einer Presseerklärung mit. Im Rahmen der jährlichen Revision seien 56 der 193 Brennelemente ausgetauscht und routinemässige Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt worden. Dem Ministerium seien zwei meldpflichtige Ereignisse mitgeteilt worden: „Bei dem meldepflichtigen Ereignis 01/2018 „Mangel am elektrischen Antrieb des Frischdampf-Abblaseregelventils“ wurde eine Fehlfunktion im Antrieb eines Frischdampf-Abblaseregelventils erkannt und behoben“ heißt es und: „Bei dem meldepflichtigen Ereignis 02/2018 „Defekter Brennelement-Zentrierstift“ wurde der Bruch eines Brennelement-Zentrierstiftes gemeldet. Das Bruchstück wurde geborgen und alle anderen Brennelement-Zentrierstifte überprüft.“ Alle Arbeiten seien von Umweltministerium und TÜV intensiv kontrolliert und überprüft worden, versichert das Ministerium abschließend.

[Update 26.03.18/GS] Der Betreiber PreussenElektra selbst ist in seiner  Pressemitteilung etwas auskunftsfreudiger als das Ministerium und erwähnt ein weiteres Vorkommnis. Dort heißt es: „Im Verlauf des Anfahrens der Anlage wurde eine geringfügige Leckage an einer Ver­schlussschraube einer Armatur im nicht-nuklearen Speisewassersystem erkannt. Durch die Reparatur verzögerte sich das Anfahren des Kraftwerks um ca. zwei Tage.“

AKW-Grohnde: Tödliche Dosis bei Flugzeugabsturz

Physikerin Becker erläutert Gutachten
Physikerin Becker erläutert Gutachten

(Fr, 13-01-2017/GrohndePress) Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe auf das AKW Grohnde können in kurzer Zeit zu so hohen Freisetzungen führen, dass Anwohner tödlich bedroht sind. Das hat die Physikerin Oda Becker in einem Gutachten festgestellt, das am Freitag in Hannover vorgestellt wurde. Seit Oktober 2015 klagen Anwohner aus Grohnde und Boden­werder gegen den Betrieb des AKW. Sie fordern eine zügige Durchführung des Ver­fahrens vor dem OVG Lüneburg und vollständige Aktenvorlage durch das Umwelt­ministerium.

Die Gutachterin hat Auswirkungen eines schweren Unfalls im AKW Grohnde für die Kläger unter­sucht und dabei besonders Abstürze von größeren Verkehrsflugzeugen wie dem Airbus A380 berücksich­tigt. Grundlage waren Gutachten der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) zu Flugzeugabstürzen auf AKW von 2002 und eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nach Fukushima erstellte Studie über die Freisetzungen nach großen Unfällen in deutschen AKW.

Becker: „Durch einen zufälligen oder gezielt herbeigeführten Absturz eines Großflug­zeu­ges kann es zu fünfmal höheren Freisetzungen und einer sehr viel schnelleren Ausbreitung kom­men. Diskutiert wird heute die Evakuierung im Nahbereich innerhalb von 6 Stunden nach einem Unfall, aber selbst dafür gibt es noch keine Planung. Wir reden hier aber von einer Ausbreitung innerhalb von 2 – 3 Stunden.“ Eine rechtzeitige Evakuierung, schreibt Becker in ihrer Stellungnahme, werde voraus­sichtlich nicht erfolgen, „die Strahlendosen sind jedoch so hoch, dass der Kläger zu 2 [Grohnde] selbst im Gebäude eine tödliche Dosis erhalten kann.“ (Seite 38)

Angesichts dieser bedrohlichen Situation kritisiert Kläger Hans-Peter Leiding aus Grohnde die mangelnde Aktenvorlage durch das beklagte Umweltministerium: „Wir wis­sen aus Schrei­ben des Ministeriums, dass es zur Frage des Flugzeugabsturzes Kon­sul­tationen mit der Bundesregierung und wohl auch weitere Berechnungen gegeben hat. Zu den Ergebnissen findet sich aber nichts in den Akten.“ Darum hofft Leiding auf eine alsbaldige Terminierung durch das OVG und eine Aufforderung an das Umweltministerium, endlich alle Akten und Fakten auf den Tisch zu legen.

(KS/21.4.16) Immer wieder werden bei den turnusmäßig stattfindenden Revisionsarbeiten im AKW Grohnde Störungen und Defekte festgestellt. Dieses Mal sind es Undichtigkeiten an Verschraubungen im Volumenregelsystem und eine von vier Nachkühlpumpen, die sich nicht einschalten lässt. „Auf einer Veranstaltung zum Thema Alterungsmanagement im Herbst 2014 behaupteten die Betreiber, mit ihren Überprüfungs- und Managementverfahren alles im Griff zu haben. Doch die Realität zeigt etwas anderes: Offensichtlich schlummern häufig Defekte in ihrer Anlage in Grohnde, die von keinem Kontrollsystem erfasst werden und somit mindestens bis zu den Revisionsarbeiten unentdeckt bleiben. Das ist besorgniserregend und muss die Niedersächsische Atomaufsicht endlich alarmieren, entsprechende Maßnahmen anzuordnen“, sagt Karsten Schmeißner von der Regionalkonferenz.

Dass in Grohnde etwas nicht stimmt, war erst aufgefallen, als zwei Tage nach dem geplanten Revisionsabschluss am 17. April noch immer kein Rauch über den Kühltürmen sichtbar war. Erst auf Nachfrage in Fachkreisen erfuhr die Regionalkonferenz von den Vorfällen. Und erst dann veröffentlichten e.on gestern (am 20.4.) und das NMU heute (am 21.4.) entsprechende Pressemitteilungen. Es heißt, dass die Arbeiten noch zwei Wochen andauern werden. „Es kann nicht sein, dass die Öffentlichkeit erst Tage später informiert wird. Die Bevölkerung hat das Recht, unmittelbar nach Bekannt werden solcher Vorkommnisse in Kenntnis gesetzt zu werden,“ so Karsten Schmeißner weiter. Erinnert sei an die Beinahe-Katastrophe vom April 2014 im Französischen AKW Fessenheim. Erst jetzt, zwei Jahre später, ist es Journalisten gelungen, den Vorfall aufzudecken.

 

Quelle: http://www.grohnde-kampagne.de

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